Investment in Progress

Status Quo der politischen Arbeit der aaia – Update Februar 2021

Liebe Mitglieder und Liebe Leser:innen,

Gemeinsam mit und für euch arbeiten wir zurzeit an drei großen Projekten, die dank eurer Unterstützung und dem Zusammenhalt in der Community immer mehr an Fahrt aufnehmen. Dass wir so gemeinsam mehr erreichen können, zeigt sich insbesondere beim Beteiligungsfreibetrag für Investor:innen, der  Petition zur Neuauflage des COVID-STARTUP-HILFSFONDS und der Austrian Limited als neue Rechtsform.

1. Beteiligungsfreibetrag
Die Motivation hinter dem Beteiligungsfreibetrag  ist, das hohe Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Österreich besser zu nutzen und zusätzliche Anreize für Investitionen zu schaffen. Konkret bedeutet, dass wir an der Einführung einer Einkommensteuergutschrift in Höhe von 50 Prozent bei Investitionen von bis zu 100.000 Euro pro Jahr je Investor:in arbeiten. Eine Umfrage der Wirtschaftskammer Österreichs kommt hierzu aktuell auf ein Unterstützungsvolumen von über 21 Millionen Euro und auch die Junge-Wirtschaft setzt sich verstärkt dafür ein.

Laura Egg dazu: Da Angel Investor:innen die wichtigste Finanzierungsform in der Frühphase darstellen, kann durch entsprechende Anreize deutlich mehr Risikokapital für junge Unternehmen aktiviert werden und damit das Wachstum von innovativen Unternehmen in Österreich unterstützt und die Digitalisierung der Wirtschaft weiter beflügelt werden.

Ausführlichere Informationen zu den Steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen findet ihr hier, in unseren Ergänzungspapieren.

2. Covid-Start-up-Hilfsfonds
Der Covid-Hilfsfonds während des ersten Lockdowns  war die wirksamste Unterstützung für Österreichs Start-ups seit Beginn der Krise. Mit der andauernden Pandemie war das Geld jedoch schnell verbraucht, wohingegen die wirtschaftlichen Einschränkungen und der  Lockdown nach wie vor bestehen.

Genau deswegen setzt sich Niki Futter zusammen mit Start-ups wie Monkee, Dealmatrix, Blockpit und weiteren Unterstützern dafür ein den Hilfsfonds mit einem Volumen von 150 Millionen Euro neu aufzusetzen. Die dazu ins Leben gerufenen Petition zählt mittlerweile über 1.000 Unterstützer:innen und läuft noch bis zum 28.02.2021.  In den Kommentaren und an der hohen Anzahl von Teilnehmern die nicht nur anonym, sondern mit ihrem Namen hinter der Petition stehen zeigt, sich deutlich wie dringend die Neuauflage benötigt wird. Und so appelliert Niki Futter „Bitte unterstützt diese Petition! Es geht hier nicht um eine Wirtschaftshilfe, sondern um eine Entwicklungshilfe und die Arbeitsplätze der Zukunft“.

3. Austrian Limited
Werner Wutscher zu den Schwierigkeiten der aktuellen Rechtsformen: Trotz der Einführung der Gründungsprivilegierung oder des elektronischen Notariats-Gründungsgesetzes stehen Gründer:innen im Jahr 2021 immer noch beträchtliche administrative und inhaltliche Hindernisse im Weg.

Genau das soll die Austrian Limited als neue Rechtsform ändern. Ihr Vorteile  liegen vor allem in der einfacheren Weitergabe von Unternehmensanteilen zwischen Investor:innen, der vereinfachten Beteiligung von Mitarbeiter:innen  und der Möglichkeiten zur digitalen Gründung. Die Austrian Limited soll somit den Wirtschaftsstandort Österreich attraktiver für ausländische Kapitalgeber machen und besonders den Start-ups die Rechtsform liefern, die sie im europäischen Wettbewerb brauchen.

Aktuell befinden wir uns hierzu in Diskussionsrunden mit dem BMF und dem BMDW, denn trotz der zahlreichen positiven Gutachten kommt es zur politischen Gegenwehr von einzelnen Branchen. Der österreichischen Anwaltskammer und zahlreichen Interessensvertretern der Industrie ist die Austrian Limited ein Dorn im Auge. So legen diese leider immer wieder Gutachten und Stellungnahmen vor, die herzlich wenig mit einem modernen Unternehmensalltag zu tun haben und noch viel weniger sinnvolle Lösungen für die Probleme österreichischer Start-ups liefern. Umso mehr setzen wir uns daher dafür ein, dass die Austrian Limited kommt und sind froh über die Unterstützung von euch. Den nur gemeinsam sind wir stark und können die Rahmenbedingungen schaffen, die Österreich für die Zukunft braucht.

Autor: Jakob Seybold | aaia policy and operations assistant